30.11.2025

BLOOD RED THRONE - Siltskin

Tracklist:

  1. Scraping Out The Cartilage
  2. Beneath The Means
  3. Husk In The Grain
  4. Necrolysis
  5. Anodyne Rust
  6. Vestigial Remnants
  7. Vermicular Heritage
  8. On These Bones
  9. Marrow Of The Earth

VÖ: 05.12.2025
Label: Soulseller Records
Genre: Death Metal
Herkunft: Norwegen

Lineup:
Daniel 'Død' Olaisen – Guitar
Sindre Wathne Johnsen – Vocals
Freddy Bolsø – Drums
Ivan ‘Meathook’ Gujić – Guitars
Stian Gundersen – Bass


Norwegen, Ende der 90er Jahre. Black Metal war allgegenwärtig doch hier und da gab es den individuellen Wunsch verschiedener Musiker, sich doch noch anderen Musikrichtungen zu widmen. So erging es auch Død und Tchort von Satyricon. Man gründete kurzerhand BLOOD RED THRONE, um mehr dem Death Metal zu frönen.
Nun veröffentlichen die Norweger ihr mittlerweile zwölftes Album "Siltskin", welchem ich mich nun widmen werde.

Schon der Opener "Scraping Out The Cartilage" macht keine Gefangenen. Die Riffmaschienerie läuft sofort an und liefert Riff nach bluttriefendem Riff. Eine kompakte Midtemponummer, die direkt auf die Nackenmuskulatur geht und dabei trotzdem genug Abwechslung bietet, dass der Song konstant spannend bleibt. Weiter gehts mit "Beneath The Means", dessen erstes Riff sich mit skalpellartiger Präzision durch die Gehörgänge sägt. Dazwischen schönes Old-School Tremolopicking, hach, was will man mehr.

Nun kommt eins meiner Highlights des Albums. "Husk In The Grain" hat schon in der ersten Minute alles, was ein richtig guter Death Metal Song braucht. Blast-Beats, brutale Riffs, eine Prise vertrakte Rythmen, dann bitterböse Tremolopickings und das ganze dann auch schön im Uptempo gehalten. Man spielt sogar ein wenig mit Tonartwechseln. Und zum Ende hin wird es sogar richtig melodisch. Ganz feiner Stoff. Definitiv ein Song, bei dem mich im Publikum dann nichts mehr hält. Sorry an die Redaktion, da werde ich nicht dazu kommen, Fotos zu schießen. Es folgt "Necrolysis". Reitende Gitarren, halsbrecherische, zweistimmige Gitarrenläufe und dazwischen ein paar Voll-Auf-Die-Zwölf Parts. Ein vor bosheit triefendes Stück.

"Anodyne Rust" reißt einen dann mit einem Eimer kaltem Wasser in Form eines Hochgeschwindikeitsriff aus der Mid-Tempo Trance. Besonders geil finde ich, ähnlich wie beim Vorgänger, die zweistimmigen Gitarrenläufe. Allerdings werden diese hier noch etwas mehr ausgereizt. Dazwischen kommt dann auch noch ein schon fast grooviger Part. Geniales Arrangement.
Nachfolgend hat es allerdings den Anschein, als wolle man nun etwas auf Nummer sicher gehen. "Vestigial Remnants" kommt leider etwas eintönig daher. Ein Highlight des Songs ist der Gitarrensolopart in der Mitte des Songs, ansonsten traut man sich hier nicht so wirklich aus dem Kinderbecken ins Schwimmerbad. Schade eigentlich.

Gut, machen wir da mal einen Hacken dran und gehen über zu "Vermicular Heritage". Hier bin ich wieder vollauf zufrieden. Da passiert so einiges in der Gitarrenarbeit. Das Vers-Riff ist schon ziemlich genial mit diesen kleinen Triolen, die da eingewoben sind. Mein zweites Highlight auf diesem Album, weil es einfach so spannend ist und es so viel zu entdecken gibt, wenn man genau hinhört.
Man wird wieder etwas schneller mit "On These Bones". Eine schöne, brutale Death-Metal Nummer, die jeden Höhrer automatisch in Bewegung versetzen dürfte. Und nun kommen wir zum letzten Song des Albums. Man beginnt mit einem düsteren Akustikpart, bevor man sich langsam in den Song einarbeitet. Zuerst langsam und düster. Dann kommt immer mehr Tempo in den Song und die Komplexität steigert sich. "Marrow Of The Earth" ist dann mein dritter Höhepunkt auf dem Album. Man muss diesen Song definitiv mehrmals hören, damit er beim Zuhörer seine ganze Wirkung entfalten kann. Ein würdiger Abschluss.

Abschließend kann ich nur sagen, dass BLOOD RED THRONE hier wieder einmal bewiesen haben, dass sie eigentlich zu den ganz Großen gehören. Daher ist es für mich eigentlich unverständlich, dass sie als Vor-Vor-Gruppe von Kataklysm live unterwegs sind (siehe TOURDATEN). Bitte nicht falsch verstehen, ich respektiere und bewundere Kataklysm, das ist keine Geringschätzung für die Kanadier. Aber BLOOD RED THRONE gehören für mich eigentlich auf eine Headliner-Tour. Solides Album, gerne mehr davon!

BB

8 / 10