JOURS PÂLES - Resonances
Tracklist:
- La frontière entre nous et le néant
- Une splendeur devenue terne
- L’essentialité du frisson
- Cinéraire
- Incommensurable (chanson pour Aldérica II)
- Mouvement ostentatoire rémanent totalitaire
- Viens avec moi
- Savile
- La plus belles des saisons
- 10-11-2021
VÖ: 05.12.2025
Label:
Les Acteurs de l'Ombre Productions
Genre: Melancholic Metal
Herkunft: Frankreich
Lineup:
Florian Lecomte/Spellbound
JOURS PÂLES wurde 2020 als Soloprojekt von Spellbound alias Florian Lecomte gegründet. Gedacht war das Projekt als Fortsetzung seiner vorherigen Band
ASPHODÈLE, nachdem diese sich auflöste.
"Resonances" ist das mittlerweile vierte Album und beschäftigt sich thematisch mit den Problemen, die die Trennung eines Vaters von seinem Kind mit sich
bringt.
Wir starten mit einem Synthy/Bass Intro, bevor sich Gitarre und Schlagzeug anschließen. Alles steigert sich bis hin zu einem brachialen Ausbruch in eine sehr
detailreiche Klangwelt. "La Frontière Entre Nous Et Le Néant" ist ein sehr starker Opener, der großen Appetit auf mehr macht.
Man fährt rasant und aggressiv fort. "Une Splendeur Devenue Terne" ist in den ersten Takten purer Black Metal mit raffiniert eingebauten Melodien. Dabei
bleibt es aber nicht. Es wird atmosphärischer, sensibler, ja fast zerbrechlich verzweifelt, dann wieder brutal schnell. Der Song ist ein Feuerwerk der
Kreativität und wird mit seinen knapp über 11 Minuten keinen Moment langatmig. Für mich hätte "Un Splendeur..." noch weitere 11 Minuten gehen können.
"L’Essentialité Du Frisson" startet progressiv, steigert sich im weiteren Verlauf dann zu einer mitreißenden Uptempo-Nummer, die immer wieder kleinere
langsame Parts in sich aufnimmt, und mit packenden Melodien zu begeistern weiß. Gleiches lässt sich über "Cinéraire" sagen. Ebenfalls eine mitreißende
Nummer.
Nun wird es melancholischer. "Incommensurable (Chanson Pour Aldérica II)" ist die Fortsetzung eines Songs des Vorgängeralbums "Tensions". Der Song ist
zweigeteilt. Der erste Teil wird getragen von akustischer Gitarre und Synths, geht dann plötzlich in Teil zwei über und Drums und harte Riffs übernehmen das
Zepter. Trotzdem bleibt das musikalische Hauptthema des Songs präsent. Bei "Mouvement Ostentatoire Rémanent Totalitaire" gefällt mir sehr gut, was mit der
Hauptmelodie gemacht wird, die mal als mit Echo versehener akustischer Gitarre, mal im Tremmolopicking und mal als Powerchords geschreddert wird. Als
Gastvocalist brilliert hier Kim Carlsson (CONSIDER SUICIDE). "Viens Avec Moi" geht etwas geradliniger ins Rennen, auch wenn hier und da noch mal ein paar
progressivere Parts aufblitzen und "Savile" geht direkt auf den Zuhörer los. Brutal und schnell wütet der Song durch die Boxen.
Gemäßigter und gefühlvoller geht es dann mit "La Plus Belles Des Saisons" weiter. Sanfte Gitarren eröffnen den Song und werden alsbald mit einem
wunderschönen Gitarrensolo veredelt, bevor dann eine Soundwand hochgezogen wird, die undurchdringlich und erdrückend vor dem Zuhörer aufragt, bevor sie durch
sanfte Akustik-Gitarren-Parts wieder niedergerissen wird und ein weiteres geniales Solo freigibt. Zum Ende hin erfolgt die Auflösung dahingehend, dass die
zuerst anscheinend konkurrierenden musikalischen Teile in Einklang kommen. Genialer Song!
Und so kommen wir dann auch zum Ende des Albums. "10-11-2021" geleitet aus dem Album, wie es anfing. Ein Instrumentalsong mit Hauptaugenmerk auf Synths
bildet den Abschluss.
"Resonances" ist ein sehr komplexes Album, das aufmerksam gehört werden sollte. Spellbound hat hier sehr viel Kreativität hineingesteckt und hat es geschafft, bei aller Komplexität nicht gezwungen oder gekünstelt zu wirken. Meinen Respekt dafür hat er.
BB
8 / 10