18.11.2025

VARIOUS ARTISTS - A Tribute To The Reaper

Tracklist:

  1. Elvenking - Children of Decadence
  2. Milking The Goatmachine - Hate Me
  3. Bloodorn - Needled 24/7
  4. Suotana - Hatebreeder
  5. Metal De Facto - Lake Bodom
  6. Horizon Ignited - Sixpounder
  7. Final Strike - Bodom After Midnight
  8. Gladenfold - Towards Dead End
  9. Parasite Inc - Homeland
  10. Kambrium - Angels Don't Kill

VÖ: bereits veröffentlicht
Label: Reaper Entertainment
Genre: Melodic Death Metal
Herkunft: Various


Eigentlich mache ich keine Rezis für Sampler jeglicher Art, aber dieser hier ist einfach etwas ganz Besonderes. Und bevor ich hier groß etwas erzähle, überlasse ich das Wort dem Label:
Reaper Entertainment kündigt voller Stolz ein ganz besonderes Projekt an, das dem Label sehr am Herzen liegt: „A Tribute To The Reaper“ – eine gemeinsame Hommage an eine der einflussreichsten Bands der modernen Metal-Geschichte: CHILDREN OF BODOM.

Die Idee entstand direkt im Herzen von Reaper Entertainment. Da der Name des Labels selbst in unserer tiefen Bewunderung für CHILDREN OF BODOM verwurzelt ist, war es nur naheliegend, ihr Vermächtnis auf eine wirklich einzigartige Weise zu feiern: Wir haben unsere Bands gebeten, während ihrer Studioaufenthalte eigene Interpretationen von COB-Klassikern aufzunehmen.

Das Ergebnis: eine wachsende Sammlung neu interpretierter BODOM-Hymnen, wobei jeder Song vom unverwechselbaren Charakter und Stil der jeweiligen Band geprägt ist.

Zum Auftakt werden diese Cover digital als eigenständige Singles veröffentlicht. Zusätzlich werden alle Tracks auf dem exklusiven CD-Sampler „A Tribute To The Reaper“ zusammengefasst, der ab Dezember 2025 als kostenlose Beigabe allen Bestellungen im offiziellen CHILDREN OF BODOM Shop beiliegt. Da sich weitere Cover noch in Arbeit befinden, könnte in Zukunft eine vollumfängliche Veröffentlichung folgen.

Foto: Redferns. Frank Hoensch. All rights reserved.

Nun zum musikalischen Teil. Der erste Song ist direkt schon mal eine interessante Wahl. "Children Of Decadence" vom "Follow The Reaper" Album wurde oft als etwas sperrig beschrieben. Kann ich nicht nachvollziehen, ich liebe den Song. Auch die Interpretation des Songs von ELVENKING ist interessant. Instrumental allererste Sahne. Allerdings hätte Sänger Damnagoras eher beim cleanen Gesang bleiben sollen. Die harschen Vocals liegen ihm leider nicht so.
MILKING THE GOATMACHINE nehmen sich dann den Klassiker "Hate Me" vor. Und ich kann nur sagen, ich finds einfach geil! Man kopiert nicht einfach das Original, die Jungs aus Hessen drücken dem Song ihren ganz eigenen Stempel auf. Und das nicht ganz ohne Augenzwinkern. Ich jedenfalls habe herzlich gelacht bei der Ansage, dass man das Solo "due to artistic restraint and a totally lack of talent" weggelassen habe, man aber eingeladen ist, zu Hause mitzupfeifen.

"Needled 24/7" vom "Hatecrew Deathroll" Album wurde von BLOODORN in die Mangel genommen. Man merkt dem Song, die Ehrfurcht und den Respekt, mit welchen die Band sich ihrer Version widmen, an. Das Original ist absolut präsent und BLODDORNs eigener Stil mischt sich so homogen darunter, dass am Ende eine geniale Neuinterpretation von "Needled 24/7" entsteht.
SUOTANA haben sich "Hatebreeder" vom gleichnamigen Zweitwerk der Bodom-Kids gewidmet. Ihre Version ist sogar noch schneller und brutaler, als das Original. Ein Must-Hear!

Wir gehen zurück zum Debütalbum. "Lake Bodom" wurde von METAL DE FACTO gecovert. Ich war erst skeptisch. Wie soll denn bitte eine COB Coverversion von einer Symphonic-Power-Metal Band klingen. Naja, ganz einfach: GENIAL. Sänger Aitor Arrastia gibt dem Song durch seinen Gesang eine ganz neue Farbe. Aber auch die Instrumentalabteilung ist nicht untätig geblieben, hat hier und da umarangiert und den Song in ihr Genre transportiert, ohne dabei seine Seele und Intensität zu schmälern. Ganz großes Kino!

"Sixpounder", wie der Name schon sagt, an sich schon ein Schwergewicht, wird von HORIZON IGNITED noch mal ein paar Pfund schwerer. Fette Produktion, die Gitarren noch mal tiefer ("Hatecrew Deathroll" war damals das erste Album, das COB in C Stimmung eingespielt hatten) und dann geschickt gesetzte clean Vocals im Refrain machen den Song zu einem echten Goldstück auf dem Sampler.
Es folgt ein weiterer Song vom "Follow The Reaper" Album. FINAL STRIKE nahmen sich "Bodom After Midnight" zur Brust. Auch die jungen Schweden verstehen es, COB ein Denkmal zu setzen. Durch den Power-Metal-Einfluss bekommt dieser Klassiker nochmal eine ganz neue Energie.

Auf die nächste Interpretation war ich wirklich sehr gespannt, ist "Towards Dead End" doch einer meiner all time faves von CHILDREN OF BODOM. Die finnischen Landsmänner GLADENFOLD haben ein Meisterwerk genommen und daraus etwas noch viel größeres gemacht. Was uns hier dargeboten wird, ist ein episches, cineastisches Stück Musik, das zugleich bombastisch daher kommt, aber dabei keinesfalls kitschig ist. Chapeau, GLADENFOLD!
Der nächste Song ist "Homeland". Der ein oder andere wird jetzt ein Fragezeichen im Gesicht haben und die COB Alben durchsuchen, wo denn dieser Song drauf ist. Tja, "Homeland" stammt noch aus der Vor-COB-Zeit von Alexi Laiho. PARASITE INC.'s Cover ist eine Hommage an die Zeit, in der alles begann und als Alexi noch mit seiner ersten Band INEARTHED unterwegs war.

Den (vorläufigen) Abschluss bilden KAMBRIUM mit ihrer Version von "Angels Don't Kill". Die deutsche Symphonic-Death-Metal Kombo verpasst dem Song ihren ganz eigenen Anstrich durch klassisch angehauchte Arrangements und verleihen dem Song damit noch mehr Tiefgang. Das Ergebnis ist einfach nur zutiefst bewegend.

Zum Abschluss bleibt mir nur zu sagen, dass wir es hier mit einem würdigen und wertschätzenden Tribut an einen der größten Musiker im Extrem-Musk-Bereich zu tun haben. Diese Coversongs sind der Beweis dafür, dass Alexis Schaffen noch lange nachhallen wird und unzählige Menschen berührt hat und auch weiterhin berühren wird.
Danke für Alles, Alexi Laiho!

BB

10 / 10